• Sandra

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Aktualisiert: 26. Mai

Auch wenn wir derzeit "auf der Straße" leben ist es uns wichtig alle 8-10 Tage für frische Wäsche zu sorgen. Dank der in den USA weit verbreiteten Waschsalons ist das auch kein Problem.

In Florida haben die "Laundromaten" - abgesehen von der frischen Wäsche - noch weitere Vorteile: es ist klimatisiert und es gibt freies WiFi. Ich bin eigentlich kein Fan von Klimaanlagen, aber selbst ich bin hin und wieder froh drum. Lennox sowieso, dem ist das alles viiiiel zu warm. Und über das WiFi freut sich Seb' am meisten. Ich bin dank meiner Karte von Simlystore (T-Mobile USA Netz) meistens gut versorgt aber Seb' ist immer auf einen Hotspot von mir angewiesen.

An diesem Tag nutzen wir alle Annehmlichkeiten.

Anschließend - wer ahnt es schon? - fuhren wir in einen weiteren Park besser gesagt Wald, den Tiger Bay State Forest.

Eigentlich war in den Parks, die wir bisher besucht hatten, nie wirklich was los. Aber in diesem waren wir tatsächlich die einzigen. Woher wir das wissen? Am Eingang lag eine Liste, in denen sich alle ein- und austragen müssen. Die letzten Besucher hatten den Park eine Stunde zuvor verlassen.

Wir parkten den Bus an einer der sogenannten Recreation areas und warteten den Schauer ab. Wenige Minuten später hatten sich fast alle Wolken verzogen, als wäre nie was gewesen. Wir sahen uns um.

Alsdann gings auf Dschungelerkundung. Die Luft hatte sich dank des Sommerregens etwas abgekühlt und die Regentopfen verweilten noch immer auf den vielen Pflanzen und Bäumen und das grün des Waldes leuchtete wunderschön.


Da wir nach wie vor allein zu sein schienen, beschloss ich meine neue Errungenschaft eine "DIJ mini 2" Drohne auszuprobieren. Bisher hatte ich mich nicht getraut, da entweder zu wenig Platz, zu viel Wasser, zu viele Bäume, zuviel Wind oder einfach zu viele Menschen in der Nähe waren. Ich ließ sie aufsteigen und freute mich darüber wie einfach sie zu bedienen war. Lennox und Seb' flüchteten trotzdem. Ich war so hoch konzentriert alles auszuprobieren, dass ich vergaß die Foto- oder Videofunktion einzuschalten, sodass ich letzten Endes keinerlei Beweise für meine ersten erfolgreichen Flugminuten habe...

schade! Dennoch war ich beflügelt. 🥰

Als nächstes fuhren wir Lebensmittel in den Aldi einkaufen. Ein Freund (Paul) hatte uns den Tip gegeben, dass Aldi die beste Adresse für Qualität und niedrige Preise sei. Tatsächlich ist einkaufen in den USA alles andere als preiswert und es lohnt sich zu vergleichen. Mit vollem Kühlschrank fuhren wir anschließend nach Deland zu Freunden von Paul, der in der Nachbarschaft zum dortigen Sprungplatz wohnt. Wir wurden von Rick & Robin herzlich empfangen und eingeladen so lange zu bleiben, wie wir möchten. Wir parkten den Bus auf ihrem riesigen Grundstück. Wir wollten ein, max. 2 Nächte bleiben, es wurden ingesamt 4.

Viel Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens

und die ersten Schritte (ever) in meinem Bus!

Was ein geiles Gefühl, Leute... ich sag's Euch! Dennoch, ich will ehrlich sein, es ist nicht so einfach wie es aussieht. Ich bin mit den Krücken nicht so sicher wie mit dem Rollator, hab aber aus Platzgründen nur die Krücken mitgenommen. Außerdem hatte ich ordentlich "Seegang". Nicht weil ich gesoffen hatte, sondern weil der Bus sich bewegt, wenn Seb' darin rumläuft. Man könnte jetzt sagen, dann soll er mal sitzen bleiben, aber wer soll dann die Beweisfotos von diesem historischen Moment machen!?

Nach dieser Trainingseinheit war ich ziemlich geschafft und lag um 22 Uhr im Bett als das Schauspiel anfing und ein Unwetter der einschüchternden Art⚡️⛈️🌩 einsetzte. Die Blitze erleuchten sekündlich den Bus, das grummeln wurde immer lauter und endete in derartig lauten Blitzeinschlägen wie wir sie beide noch nie zuvor erlebt hatten. Ich muss gestehen, das war "scary". Lennox war auch "not amused". Der Regen gesellte sich zu dem Donnerwetter und ich fürchtete, dass uns bald unser Strom um die Ohren fliegt. Wir hatten nämlich draußen unseren Converter stehen und der war an unseren Bus angeschlossen. Er war zumindest abgedeckt und Seb' hatte ihn im Auge. Bei diesem Geschehen raus zu gehen und ihn abzustöpseln kam allerdings nicht in Frage... definitiv zu gefährlich! Also harrten wir der Dinge die da kamen. Und was kam? Regen! Und zwar durch mein Dach im Schlafzimmer in mein Bett. Um mich vorm Ertrinken (ich übertreib vielleicht ein wenig 🤏) in meinem eigenen Bett zu retten, stopfte Seb' ein Handtuch in den Rahmen des über mir befindlichen Emergency Exits.

Es dauerte 2 Stunden bevor schließlich Ruhe einkehrte.

Am nächsten Tag machte Seb' sich auf die Suche nach dem Leck im Dach, durch welches sich der Regen seinen Weg gesucht hatte.

Er wurde schnell fündig und zwar an der Stelle wo zwei Bleche überlappen; dort war eine offene Spalte, die er mit Silikon abdichtete. Bei dieser Gelegenheit erneuerte er auch gleich die Silikonfugen beider Notausstiege auf dem Dach.

Gegen Nachmittag traf Paul ein, er war mit seinem Motorrad inkl. seinem selbstgebauten Micro-Camper von Fort Lauderdale nach Deland (250 Meilen) gefahren um uns zu treffen.

Wir hatten uns im Internet kennen gelernt - ein Schelm wer böses denkt! Paul hatte mir vor 2 Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden, als ich bei Facebook um Rat wegen einer Versicherung für den Skoolie (für die USA) gebeten hatte. Er ist Amerikaner und hat sehr lange in Österreich gelebt, spricht also auch sehr gut deutsch.

Seit dem haben wir ab und an telefoniert und ich hatte versprochen, dass wir uns treffen wenn unser Roadtrip stattfindet. Es war schön sich nun endlich persönlich kennen zu lernen.

Es gab viel zu erzählen und die Stunden und Tage verflogen.

Wir kochten abwechselnd, wir chillten, bestaunten die vielen verschiedenen fahrbaren Untersätze von Robbin und Rick und wir nutzten den Pool 😎


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