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  • Sandra

Auf den Spuren von Buffalo Bill (WY)

Am Samstag, dem 10.09.2022 verließen wir den Yellowstone National Park durch den Ostausgang. Nur 84 Kilometer von dort entfernt, am Fuße der Absaroka Mountains, liegt die Stadt des berühmten „Buffalo Bill“ William F. Cody, der er seinen Namen gab. In den 1870er Jahren streifte der Wildwestheld durch die Region und verliebte sich in sie – so sehr, dass er 20 Jahre später zurückkehrte, um eine Stadt im Herzen der Rockies zu bauen. Bereits auf dem Weg nach Cody war der Namensgeber allgegenwärtig. Unser Weg führte am Buffalo Bill Reservoir vorbei, einem riesigen See, der durch den "Buffalo Bill Dam" aufgestaut wird.

Fragt Ihr Euch jetzt auch wer dieser Kerl eigentlich war und wofür er noch heute so gehypt wird? Laut "Spiegel" war er der Mann, der den Wilden Westen erfand. Als er neun Jahre alt war, erlegte er Hasen in vollem Lauf. Im Alter von 22 Jahren hatte er mehr Büffel getötet als je ein Mensch vor ihm. Und mit 50 war Buffalo Bill der berühmteste und meistfotografierte Amerikaner der Welt. Mit seiner "Wild West Show" führte der Jäger und Entertainer Millionen Europäern Cowboys, Indianer und Revolverhelden vor. Er schuf so das Bild des Wilden Westens, wie wir ihn heute kennen - oder zu kennen glauben. Hundert Jahre nach seinem Tod sind die Legenden um den spitzbärtigen Helden der Prärie eine faszinierende Mischung aus Fakt, Fiktion und Flunkerei.

Sicher ist aber, dass im Wilden Westen ein Rodeo-Besuch zum Pflichtprogramm gehört. So fanden wir uns am späten Nachmittag vorm Cody Stampede Rodeo ein, wo in der Zeit vom 1. Juni bis 31. August täglich Night Rodeos stattfinden. Mittlerweile war es zwar schon September, doch für diesen Abend stand dennoch ein Event an, von dem uns Denise und Peter (die beiden Deutschen, die wir am Tag zuvor kennen gelernt hatten) erzählt hatten. Als wir auf dem Parkplatz vor der Arena ankamen, waren die beiden schon da. Wir freuten uns allesamt auf das bevorstehende Spektakel. Um kurz vor 19 Uhr öffneten die Pforten

und wir nahmen auf der Tribüne Platz. Trotz anfänglicher Skepsis füllten sich die Ränge ganz anständig. Stilecht stießen wir mit Bronc Buster Blonde (Dosenbier) an

und dann ritten die ersten Teilnehmer ein. Dass es sich dabei um ein College Rodeo handelte, tat dem Ganzen keinerlei Abbruch. Als - als Teil der Anfangszeremonie - die Nationalhymne von einer lieblichen Kinderstimme erklang, überrollten mich plötzlich meine Emotionen.... mir wurde schlagartig bewusst, wie glücklich ich mich schätzen darf, diese Reise mit all diesen besonderen Momenten erleben zu dürfen und so wurde ich ganz leise und demütig. Glücklicherweise bekamen weder Sebastian, noch Denise und Peter was von meiner kleinen Gefühlsimplosion mit; zum Ende der Hymne hatte ich meine Fassung zurückerlangt und konnte die Show genießen, auch wenn die Tiere mir teilweise leid taten. Neben dem klassischen Rodeo gab es noch etliche andere Disziplinen und so wurde es keineswegs langweilig.

Nachdem die Sonne untergangen war, wurde es recht kühl und wir verschwanden schnell in unseren warmen Bettchen. Am darauffolgenden Morgen verabschiedeten wir uns (erneut) von Denise und Peter; dieses mal leider endgültig - zumindest würde es auf diesem Kontinent kein Wiedersehen geben. Während Denise und Peter Museumsbesuche planten, gingen wir Kulturbanausen in der Cowboy-Stadt shoppen, bevor wir uns auf den Weg durch den Bighorn National Forest (benannt nach dem Bighorn River) begaben. Wir nahmen den Scenic Byway des HWY-14; eine 57 Meilen lange Route, die sich durch den National Forest und die Bighorn Mountains erstreckt; welche übrigens eine Schwesterkette der Rockies sind. Diese malerische Strecke schlängelt sich an dichten Wäldern, üppigen Wiesen, Wasserfällen und tiefen Schluchten vorbei.

Eine tolle Strecke um die 200.000 Meilen (auf dem Tacho) voll zu machen.

Wir fuhren an diesem Tag bis die Dunkelheit anbrach. In der Weite des Wilden Westens waren sowohl Handyempfang als auch ein Parkplatz abseits der Straße eine reine Wunschvorstellung. Allerdings war auf dem Highway durch die Prärie so wenig Verkehr, dass wir beschlossen in einer Parkbucht unmittelbar an der Straße zu übernachten.






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