• Sandra

Ich bin reisesüchtig und leider nicht auf dem Weg der Besserung

Nachdem Nashville eine echtes Highlight war verließen wir Tennessee in Richtung Kentucky mit etwas Wehmut. Der Mammoth Cave Nationalpark war unser Ziel.

Ich muss zugeben manche Nationalparks sind überbewertet, dieser gehört für mich definitiv dazu. Mag sein, dass es daran liegt, dass ich nicht alles zu Gesicht bekomme aufgrund der Zugänglichkeit. Der Park bot grundsätzlich Cave Tours an, die für Rollifahrer ins Leben gerufen wurden, aber auf der Webseite stand, dass der Fahrstuhl der in die Höhlen führt seit August 2021 wegen technischer Schwierigkeiten außer Betrieb ist. Tolle Sache, oder? Dennoch versuche ich immer das Beste daraus zu machen. Ich entschied mich daher für einen ausgewiesenen Rolli-gerechten Trail. Sebastian würde jetzt sagen, es war nichts anderes als ein Spaziergang durch den Wald, der auch bei uns Zuhause hätte sein können. In gewisser Hinsicht muss ich ihm recht geben... mach ich ungern und und sehr selten! 😉 Zumindest sieht man bei uns nicht so viele neugierige Eichhörnchen und Rehe.

Wir hielten uns nicht lange in dem Park auf, da die eigentliche Attraktion (die Höhlen) außerhalb meiner Reichweite waren.

Wir fuhren daher einmal um den Nationalpark, denn die Fähre, die uns auf kürzestem aus dem Park rausgebracht hätte, fuhr abends nicht mehr. Bei Google Maps hatte ich einen Parkplatz an einem Staudamm gesehen. Es standen noch ein paar Autos mit ihren Bootsanhängern dort, aber der Platz war groß genug und ich dachte wir würden dort niemanden stören. Es gab auch kein Verbotsschild. Dennoch klopfte um halb elf jemand an die Bustür und sagte wir dürfen nicht dort stehen bleiben. Da ich schon im Bett lag, sagte Seb' ich solle einfach liegen bleiben. Ich gab ihm die Adresse des alternativen Übernachtungsplatzes, den ich ursprünglich angepeilt hatte, der "Blue Holler Offroad Park. Ich bemerkte schon, dass die Strecke "offroad" war, aber meine Matratze federte das alles so gut ab, dass ich am nächsten morgen im Hellen sehr von der extremen Buckelpiste überrascht war.

Sowohl in der Nacht als auch am frühen morgen hatten wir das Gefühl mitten auf der Rennstrecke zu stehen. Um uns rum kreisten Dirtbikes und Quads. Ehrlich gesagt war ich bissel neidisch. Am nächsten morgen hätte ich zu gerne auch die Piste mit einem Offroad Rental erkundet, aber die Dinger waren leider mit Fußpedalen zu fahren.

Daher setzten wir die Reise zu echten Pferdestärken fort. Wir fuhren zu "Double J Stables" (Reitstallung). Ich hoffte eine Reittour machen zu können. Aber es war Wochenende und die Tour war schon seit Wochen ausgebucht. Immerhin durften wir uns ein bisschen umsehen bevor wir weiterfuhren.

Ich hatte unterwegs den nächsten "Harvesthost" ausgeguckt, wieder sehr ländlich und ruhig gelegen.

Die Gastgeberin kam kurz nach unserer Ankunft mit ihrem Quad "Hallo" sagen und lud uns ein den Giftshop auf ihrer anderen Farm (ca. 5 Meilen entfernt) zu besuchen, was wir für den nächsten Morgen einplanten. Als es abend wurde hatten wir lediglich Gesellschaft von unseren Freunden den Glühwürmchen ("Fireflies oder Lightningbugs").

Morgens fuhren wir zur Farm mit den Ställen.

Wir machten Bekanntschaft mit den Pferden, Hunden, Katzen und dem Schwein. Und natürlich den jungen Mädels (verschiedener Altersklassen) die das Sommer-Reitercamp besuchten.

Anstandshalber wollten wir anschließend zum Giftshop. Der war in einem kleinen Häuschen mit einigen Stufen untergebracht. Ich sagte Seb' er solle allein reingehen, aber er meinte es gut und fragte einen Mitarbeiter ob er ihm helfen würde mich reinzubringen. Mir war es ehrlich gesagt nicht wichtig dort rein zu kommen und ich hatte nicht das Gefühl drinnen was zu verpassen. Mein Gefühl war richtig. Anstandshalber nahmen wir Bierkäse und ein Päckchen "heiße Schokolade" mit - völlig überteuert. Beim raustragen passierte es dann, der Mitarbeiter hatte Schwierigkeiten den Rolli festzuhalten und ich krachte mit dem Rücken und Kopf auf die Betonplatte am Ende der Stufen. Nicht nur, dass es ganz schön weh tat, ich ärgerte mich auch noch, weil es das alles überhaupt nicht wert war und ich schon kein gutes Gefühl beim reintragen hatte.

Der Rest vom Tag wurde auch nicht wirklich besser. Auf dem Weg weiter Richtung Norden wurde es kühler und regnerischer.

Ich wollte eigentlich in den Hocking Hills State Park aber es regnete den ganzen Tag und wir beschlossen das ausfallen zu lassen und suchten uns in der Nähe ein Stellplatz. Meine Wahl fiel auf den Lake Logan mit Parkplatz direkt am Wasser.

An diesem Abend kramte ich das erste mal seit Wochen wieder einen Pullover aus meinen Klamotten.




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