• Sandra

Missing Skoolie - so nah und doch so fern

Aktualisiert: 9. Mai

Leben ist das was passiert, während man fleißig dabei ist andere Pläne zu machen. So auch in diesem Fall. Fast 1 Woche Hotelhopping, so war das nicht geplant! Die Verzögerungen des Schiffes haben mich schier in den Wahnsinn getrieben. Als das Schiff kurz vorm Wochenende ankam, war mir schon klar, dass wir den Bus nicht vor nächster Woche bekommen werden, denn der Papierkram (insbes. Zollabfertigung) erfolgt nur wochentags.

Aber vielleicht kurz nochmal zurückspulen ⏪. Den letzten Blogbeitrag hatte ich mit unserer Nacht im "Worst" Western Hotel beendet. Der nächste Morgen versuchte mich zunächst mit einem schönen Sonnenaufgang versöhnlich zu stimmen.



Gelang ihm zumindest halbwegs. Da Lennox am Vortag ja echt tapfer war, wollten wir ihn erstmal mit einer schönen Hunderunde besänftigen. Also suchte ich einen Doggy Park in der Nähe raus; dort gab es einen kleinen eingezäunten Bereich wo die Hunde frei laufen und toben durften. Lennox war aber nicht sonderlich über den Kunstrasen und die ziemlich aufgedrehten Hunde erfreut. Ich fand das auch ziemlich befremdlich, zumal sich der Doggy Park im St. Patterson Park befand, wo man schön spazieren und auf echtes Gras pinkeln und Kacka machen konnte (natürlich aus Hundesicht). Das taten wir dann auch... spazieren gehen meine ich natürlich.

Danach wollten wir in eine Mall, auch um uns die Zeit zu vertreiben. Die Suche gestaltete sich etwas schwierig, nachdem wir die erste vermeintliche Mall in der Stadt angefahren und nur von außen besichtigt hatten, beschlossen wir weiter zu fahren, da die Parkmöglichkeiten mitten in der Stadt doch recht schwierig waren. Die zweite Mall haben wir tatsächlich auch von innen gesehen, aber gefühlt nur 5 min. darin verbracht. Keine brauchbaren Läden und ziemlich zwielichtige Gestalten in dieser MiniMall. Wir haben die Mall Suche für diesen Tag dann beendet und beschlossen in den Hafen zu fahren und zu gucken wo wir hin mussten, wenn der Spediteur den Bus "freigibt". Auf dem Weg dorthin erlebten wir eine Sightseeingtour durch die schlimmsten Teile von Baltimore. Ständig Sirenen, reihenweise abgebrannte, halb eingestürzte und mit Brettern vernagelte Gebäude bzw. das was davon übrig war. Wo waren wir hier nur hin geraten? Erst dieser abgeranzte Flughafen in Washington und dann dieses verdreckte und runtergekommene Baltimore. Am liebsten wollten wir direkt raus aus der Stadt, aber dafür fehlte uns was ganz Essentielles: Skoolie! Zu diesem Zeitpunkt hofften wir noch immer den Bus noch vorm Wochenende zu bekommen.

Nach dem Hoteldesaster des Vortags brauchte ich jetzt aber erstmal Kontrastprogramm. Also buchte ich für die nächsten 2 Nächte ein barrierefreies Zimmer im 4 Sterne Hotel direkt am Hafen, passenderweise hieß es Canopy (zu deutsch Fallschirm). Als wir gegen Nachmittag dort eincheckten freute ich mich zunächst einfach nur über dieses schicke, saubere und sehr neue Gebäude. Als ich die Schlüsselkarte für den 12. Stock bekam, dachte ich schon dass da eine schöne Aussicht auf uns warten könnte. Aber als ich die Tür öffnete war ich einen moment lang sprachlos und etwas milder gestimmt, dass Baltimore doch noch was schönes zu bieten hat. Der Blick war gigantisch.

Abgesehen von einem kleinen Ausflug am Abend ins Hotelrestaurant haben wir an diesem Tag das Zimmer nicht mehr verlassen.

Am nächsten morgen war erstmal eine ausgiebige Dusche im zwar barrierefreien aber dennoch verbesserungswürdigen Badezimmer angesagt. Da wir im Hotel kein Frühstück mit gebucht hatten, machten wir uns auf den Weg zu einem im Internet ganz gut bewerteten Café (oder so ähnlich). Ich bin kein großer Frühstücker und wenn ich es wäre, wäre ich wohl sehr frustriert, denn Brötchen, Croissant oder Müsli sucht man hier vergebens. Also verstehe ich es eher als Brunch und wundere mich nicht über Speck, Sausages, Waffeln und andere Kalorienbomben.

Nach unserem Brunch folgte ein Ausflug zum Fort McHenry National Monument, eine historische Bastionsfestung. Hier wurde seitens der US-Streitkräfte 1814 ein Angriff der britischen Marine erfolgreich abgewehrt. Das war aber ehrlich gesagt nicht der Grund warum wir da hin gefahren sind. Ich hatte gelesen, dass es dort den Annual Pass "America the beautiful" käuflich zu erwerben gibt; dieser ist ein Jahr und für 1 Fahrzeug oder 2 Personen gültig und erlaubt kostenfreien Eintritt in die meisten Nationalparks Amerikas. Für ca. 85 $ eine gute Sache. Bei dieser Gelegenheit sind wir natürlich aber auch durch den Park von Fort McHenry gelaufen bzw. gerollt und haben uns unsere Geschichtslektüre für den Tag abgeholt.

Zwischendurch haben wir immer gecheckt, ob es etwas neues in Sachen "Skoolie Arrival" gibt... leider vergebens. Er war ganz nah aber doch so fern.



So zogen wir weiter durch die Hafengegend in Baltimore und erfreuten uns zumindest am Anblick eines fremden Skoolies: The CannaBus



Und ließen den Tag mit einem letzten atemberaubenden Ausblick vom Hotelzimmer aus auf das Hafenbecken ausklingen.



An dieser Stelle würde ich Euch gern noch ein kleinen Videozusammenschnitt hochladen, aber leider gibt das meine Internetverbindung gerade nicht her. Daher hoffentlich morgen ;-)


Hier wie versprochen:





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