• Sandra

Mission Horseriding

Am Nachmittag des 27.06.2022 fuhren wir auf nicht mehr enden wollenden Schotterstraßen in Richtung Parkland Ranch.

Schon seit Tagen hatte ich mich darauf gefreut Judith endlich kennen zu lernen, bisher hatten wir nur kurz flüchtig Kontakt. Ich bin durch eine gemeinsame Bekannte auf Judith aufmerksam geworden und hatte sie seitdem auf Social Media „gestalkt“. Als wir 2 Tage zuvor in der Gegend (Manitoba, Kanada) waren, rief ich sie an und fragte ob sie Lust auf Besuch hätte. Sie freute sich und lud uns für diesen Montag ein. Sie sagte sie würde erst gegen späten Nachmittag eintreffen, aber wir könnten ruhig schon früher kommen, sie würde Nick (ihrem Mitarbeiter) Bescheid geben. Als wir am frühen Nachmittag ankamen wurden wir von neugierigen Erdhörnchen beäugt, die jedoch blitzschnell in ihren Löchern verschwanden sobald der lila Schulbus näher rückte. Nick (ein junger Deutscher) nahm uns wie versprochen in Empfang. Er kam ursprünglich als Praktikant für 2 Monate und heute – 2 Jahre später – ist er noch immer da und kümmert sich um alles wenn Judith unterwegs ist. Er und sein Hund Luke zeigten uns die Ranch mit all ihren Bewohnern. Lennox lernte die Lamas kennen.

Die Pferde waren auf der riesigen Koppel und erstmal nur von weitem zu bestaunen. Anschließend zeigten wir Nick und Luke unser Reich; besonders Luke machte es sich gleich auf der Couch gemütlich. Es sei ihm gegönnt, wir Behinderten müssen schließlich zusammen halten. 😉 Luke verlor durch einen Schuss sein Hinterbein, weil er irrtümlich für einen Coyoten gehalten wurde. Gott sei Dank ist er noch immer ein fröhlicher freundlicher Hund 🥰, der mit seinem Herrchen viel erlebt!

Etwas später kam auch Judith mit ihren beiden Hunden nach Hause. Ein groß-gewachsenes schmales Persönchen, aufgedreht, wissbegierig und mit einer immens positiven Ausstrahlung. Sie begrüßte uns herzlich und ich war mir sicher wir würden eine gute Zeit zusammen haben. Ich wollte ihr tausend Fragen stellen aber sie nach ihrer langen Fahrt erstmal in Ruhe ankommen lassen. Allerdings hatte sie mindestens genauso viele Fragen und wir quatschten zu allererst über meinen und ihren Schulbus, denn das war die 1. Gemeinsamkeit, die mich auf sie hat aufmerksam werden lassen. Sie hat mit ihrem Freund im letzten Jahr einen Schulbus umgebaut und den Winter über in Neufundland im Bus gewohnt. Wes – Ihr Freund – ist derzeit noch in Neufundland und lebt im Bus, während er das Segelboot auf Vordermann bringt, mit dem sie künftig um die Welt segeln werden. Die Weltumsegelung ist auch der Grund warum Judith gerade im Begriff ist ihre Ranch zu verkaufen. Diese und viele andere Themen ließen keinerlei langweilige Gespräche aufkommen und ein gemeinsames Abendessen bei dem jeder was beisteuerte rundete den Abend ab.

Am nächsten Morgen begrüßte uns der Tag mit strahlendem Sonnenschein während die tierischen Ranchbewohner friedlich um den Bus herum grasten.

Könnte ich mir einen schöneren Ausblick morgens beim Kaffee trinken vorstellen? Kaum! Als ich also gemütlich mit meiner Tasse Kaffee auf meiner Terrasse saß und ich Judith und Nick begrüßte, die schon fleißig bei der Arbeit waren, erblickte Judith plötzlich die Tasse in meiner Hand, lachte laut los und verschwand. Keine 2 Minuten später war sie mit ihrem Kaffeebecher zurück und dieses Foto entstand. 2 Freefly-Mädels mit der gleichen ️Tasse 🥰

Anmerkung: Für die Nicht-Skydiver unter Euch: Freefly ist eine artistische Disziplin im Fallschirmsport. Womit wir zu unserer 2. Gemeinsamkeit kommen: Fallschirmspringen. Judith war ebenfalls lang im Fallschirmsport aktiv bis sie vor ca. 15 Jahren nach Kanada ausgewandert ist und eigenhändig ihre Pferderanch aus dem Boden gestampft hat. Sie ist eine Macherin durch und durch, das bewunder ich sehr!

Nach dem Kaffee stellte Judith mir 2 ihrer Pferde genauer vor. Quasi als Vorbereitung...

für die am darauffolgenden Tag geplante "Mission Horseriding".


An diesem Nachmittag stand aber erstmal ein Ausritt für Judith und Nick mit meiner "Genny" an. Und ich wage zu behaupten, dass sie ein bisschen Spaß hatten.

Am Abend kochten wir gemeinsam ein veganes Abendessen mit Rezepten aus Judiths noch nicht veröffentlichtem Kochbuch "On the boat, on the road".

Mein Favorit waren die "Windy Lentils" aber auch alles andere war mega lecker, auch wenn ich wahrscheinlich nie eine überzeugte Veganerin werde 🤷‍♀️ weil ich dafür viel zu bequem bin 🙈.

Das Abendessen genossen wir in guter (grasender) Gesellschaft.


Am nächsten Vormittag ging die "Mission Horseriding" in die Stadtlöcher. Da mein Lift den Pferden etwas Angst zu machen schien, verlagerten wir die "Abschussrampe" aufs Deck. Mit etwas Unterstützung vom guten Seb' war ich ruckzuck oben und durfte mit der eigentlich schon pensionierten Zoe ein paar Meter auf dem Hof drehen, während die Entourage uns begleitete.

Das Vergnügen dauerte zwar nicht allzu lange, aber darauf kam es auch überhaupt nicht an. Mission erfolgreich ️- Sandra glücklich!🤩


Am Mittag gönnte Judith ihr ihrem Reserve-Fallschirm ein bisschen Frischluft...


Und am Nachmittag ging das Therapieprogramm für mich weiter. Nach ein paar ausgiebigen Dehnübungen für die Schulter animierte mich Judith mal wieder ein paar Schritte zu laufen und erstaunlicherweise klappte es ganz gut, obwohl ich seit wir unterwegs sind relativ wenig gehe und stehe.

Abends stand eine neue Unterrichtsstunde "vegane Küche" an und erneut war ich überrascht wie gut veganes Essen sein kann. Generell war die Zeit die wir zusammen verbrachten sehr lehrreich und ich bin dankbar für 3 Tage vollgepackt mit schönen Momenten.

Danke Judith und Nick! Ich wünsche Euch, was Ihr Euch wünscht! 😘

Wir sehen uns wieder - irgendwann, irgendwo 🤞




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