• Sandra

Nevada – Nelson, Las Vegas, Hoover Dam

Am Samstag, dem 13.08.2022 erreichten wir den Bundesstaat Nevada (auch Silver State genannt), der für seine ausgedehnten Wüstengebiete und als Entertainmenthochburg bekannt ist.

Uns zog es – dank einer Empfehlung meines Lieblings-TüV-Prüfers – ins Eldorado-Gebirge in die Geisterstadt Nelson.

Einst wurde die Stadt Eldorado genannt, als die Spanier in dieser Gegend Gold entdeckten und dieser Ort Schauplatz des ersten großen Goldrauschs in Nevada wurde. Wer sich unter Nelson eine verlassene Stadt „im herkömmlichen Sinne“ vorstellt, der liegt allerdings falsch; ich würde diesen Ort vielmehr als Schrottplatz der besonderen Art bezeichnen. Leider findet man im heutigen Nelson auch kein Gold mehr sondern "nur" eine Sammlung von historischen und kuriosen Fahrzeugen, die über die Jahre von den Betreibern angehäuft und in einer Pseudo Geisterstadtkulisse in Szene gesetzt wurden.

Meine Favoriten (wer ahnt es?) waren die alten bis zum Nimmerleinstag gepimpten Schulbusaufbauten.

Ein paar der außergewöhnlichen Ideen würde ich glatt übernehmen, müsste Skoolie nicht jährlich beim deutschen TüV vorstellig werden. 🤷‍♀️


Nach meinem exzessiven Fotorausch, in dem ich nahezu alle Fahrzeuge abgelichtet hatte, schafften wir am späten Nachmittag den Absprung. Nächster Halt: LAS VEGAS, Baby! Eigentlich bin ich kein Freund großer Städte, aber Las Vegas im wahrsten Sinne des Wortes links liegen zu lassen, kam nicht in die Tüte 🎉. Zumindest wollte ich einmal im Leben mit dem Skoolie durch das Epi-Zentrum fahren und das Lichtermeer aus Leuchtreklamen bestaunen. Als wir um 21 Uhr die Stadt erreichten war es (leider) noch taghell.

Ich beschloss den Strip hoch und wieder runterzufahren zu fahren, irgendwann muss es ja schließlich dunkel werden. Es war einiges los im Sündenpfuhl Nevadas und durch den beträchtlichen Verkehr ging es nur langsam voran, aber das war auch gut so.

So blieb Zeit genug sich in Ruhe umzusehen ohne auch nur einen Fuß bzw. einen Reifen vor den Bus gesetzt zu haben. Ehrlich gesagt war ich froh mich nicht durch die Menschenmassen kämpfen zu müssen und das Treiben aus der erhabenen Sicht eines Schulbusfahrers beobachten zu können.🚍💜

Seb' hingegen hab ich hin und wieder rausgeschmissen um ein paar Fotos zu schießen.

Ich war mit meinem Skoolie in LAS Vegas – ist das nicht der Hammer??? Manchmal muss ich mich kneifen um zu realisieren, dass das was ich gerade sehe und erlebe WIRKLICH passiert! 🌟


Eigentlich hätte dieser Tag nicht noch besser werden können und selten war mir ein Schlafplatz so egal wie an diesem späten Abend. Es war ca. 21:15 Uhr als wir am Sunset Scenic Overlook (3/4 Stunde von der Stadt entfernt) ankamen. Der Sonnenuntergang war längst vorbei und auch entbehrlich. Der Parkplatz war leer und die Gegend mega ruhig. Mittlerweile war es stockdunkel und ich wusste nicht, wo wir da eigentlich gelandet waren. Am nächsten Morgen wurde ich durch das Stimmenwirrwarr einer Filmcrew geweckt… in dem Fall muss ich sagen – gott sei Dank. Denn sonst hätte ich diesen gigantischen Sonnenaufgang verpasst, welcher offensichtlich auch der Grund für deren Anwesenheit war.

Insgeheim fragte ich mich, wieso der Outlook Sunset und nicht Sunrise Overlook hieß. Egal! Die Aussicht war im Hellen noch gewaltiger, was bei mir erneut einen Foto- und Videokoller verursachte.

Nach erfolgreicher Verfilmung des Ganzen stand nun die Eroberung des "Hoover Dam" an.

Dieser bildet die Talsperre auf der Grenze zwischen Nevada und Arizona, knapp 45 km östlich von Las Vegas im Black Canyon. Das gigantische Bauwerk staut den Colorado River zum Lake Mead auf (an welchem wir übernachtet hatten). Sebastian hatte die glorreiche Idee den Skoolie bei der Fahrt über den Damm mit der Drohne zu begleiten. Aber wie befürchtet und rückblickend völlig verständlich ist das Fliegen von Drohnen dort strengstens verboten. Ich hätte es mir ohnehin nicht zugetraut bei den vielen Hochspannungsleitungen. ☠️ Wir bzw. der Bus wurde vom Sicherheitspersonal vor dem "Einlass" außerdem strenger inspiziert als bei jeglicher Fahrt über die Kanada- oder USA-Grenze.

Bevor die Überquerung der Talsperre anstand begaben wir uns jedoch erstmal auf die gegenüberliegende Fußgängerbrücke mit einem beeindruckenden Blick auf den mehr als 220 m hohen Staudamm.

Was uns nicht bewusst war ist, dass die Fahrt über den Hover-Damm eine reine Scenic-Fahrt mit Dead-End ist, d.h. man hat zwangsläufig das doppelte Vergnügen.

Kost ja nix außer Diesel... und auf das bisschen kommt's ja nun wirklich nicht mehr an! 🤑


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