• Sandra

Nicht jeder Tag kann gut sein. Aber es gibt etwas gutes in jedem Tag!

Der 07.06.2022 hörte auf wie der Tag zuvor geendet hatte: Regnerisch! Ein guter Tag um „Strecke“ machen.

Wir peilten den Cuyahoga Nationalpark an. So richtig motivierend war das Wetter allerdings nicht. Aber der arme Hund soll ja auch auf seine Kosten kommen, also raus aus dem Bus und ab in die Natur… solange es gerade mal nicht regnet. Der Ohio & Erie Canal Towpath Trail war als „accessible“ ausgeschrieben. Für die geschichtlich Interessierten hier etwas Hintergrundinformationen zu dem Trail.

Wahrscheinlich hatten wir es dem durchwachsenen Wetter zu verdanken, dass kaum Leute unterwegs waren. Hauptsächlich begegneten wir Joggern und Fahrradfahrern. Es war nicht richtig kalt, aber warm auch nicht so richtig. Ich war froh, dass ich lange Hosen anhatte, besonders als die Stechmücken wieder über mich herfielen. Dennoch war es ein schöner Spaziergang mit einigen tierischen Begegnungen.

Für die Nacht hatte ich einen Stellplatz auf einer Blueberry-Farm klar gemacht. Auf dem Weg dahin begegneten uns einige Amish-Kutschen, später erfuhren wir, dass in dieser Gegend eine der 4. Größten Amish-Communities beheimatet ist.

Von unseren Hosts der "Messenger Century Farm" in Chagrin Falls (OH) wurden wir nett begrüßt und nach einer Skoolie-Roomtour für den nächsten Morgen zum Frühstück eingeladen.

Zu meinem Bedauern erfuhren wir, dass die Blueberries (Blaubeeren) erst im Juli geerntet werden, aber die Farmbetreiber auch Maple-Sirup (Ahorn-Sirup) herstellen. Ich fahr auf diesen Sirup ehrlich gesagt nicht so ab, aber der Kuchen den wir morgens zum Kaffee bekamen, war mit eben diesem verfeinert und schmeckte super!

Nachdem dem Frühstück inkl. nettem Plausch mit den Hofbesitzern machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg. Wir hatten beschlossen den Abstecher nach Kanada schon etwas früher zu machen als geplant, aber mehr dazu in einem der nächsten Beiträge. Die Route entlang am Lake Erie war damit aber klar.

Gegen Nachmittag überkam mich ein Hüngerchen und ich beschloss die übliche Routine (Platz zum Übernachten suchen und dann Abendessen) über den Haufen zu werfen und nach einem schönen Spot für den Zwischenstopp zu suchen. Google Maps zeigte einen Parkplatz am „Barcelona Lighthouse“ (Westfield NY) direkt vor uns. Der Leuchtturm selbst lag unmittelbar an der Straße aber der Parkplatz ein paar Meter weiter unten. Wir fuhren runter und parkten direkt am Lake Erie. Wir hatten definitiv schon schlechtere Plätze… um nicht zu sagen, ich war verzückt! Der Picknick-Tisch mit Bänken und einem extra Platz für Rolli-Fahrer lud zum Grillen ein.

Nach der Mittagspause fuhren wir Richtung Buffalo und beschlossen die Nacht mal wieder bei Walmart (Hamburg NY) zu verbringen. Nicht nur weil es schwieriger wurde so „stadtnah“ wild zu campen, sondern auch weil wir WiFi nutzen wollten. Denn bevor wir nach Kanada konnten, mussten noch ein paar Dinge erledigt werden: Die „ArriveCAN“-Anmeldung (COVID sei dank), eine Kfz-Versicherung für den Bus abschließen und die leere Gasflasche auffüllen. Die Versicherung bereitete mir wirklich Sorgen, denn ich hatte schon im Vorhinein (von Deutschland aus) versucht einen Haftpflichtversicherer für Kanada ausfindig zu machen und bin kläglich gescheitert. Auch die e-mail Anfragen und Telefonate, die ich an diesem Tag diesbezüglich geführt hatte, waren ernüchternd.

Die meisten werden es wissen oder es sich denken können, aber zu Klarstellung möchte ich nochmal etwas ausholen: Meine deutsche Kfz-Versicherung gilt in Übersee nicht, d.h. ich musste schon für die USA einen Vertrag bei der Thum-Insurance abschließen. Da mein Bus aber kein Standard-Wohnmobil ist, bot diese Versicherung mir nur Deckung für die USA selbst, nicht aber für Kanada. Die kanadischen Broker und Versicherer sind ohne kanadischen Führerschein oder ein kanadisches Nummernschild nicht bereit einen Vertrag anzubieten. 🤷‍♀️ 😵💫🤯

Da ich der Meinung war, dass wir nicht die ersten Ausländer sind, die mit einem eigens umgebauten Fahrzeug durch Kanada reisen, musste es aber doch eine Alternative geben. Und ich fand sie bei den Mexikanern (Segurogringo - kein Scherz!). Ein Versicherungspaket, dass mir als gelernte Versicherungskauffrau zwar Bauchschmerzen bereitet, aber immerhin besser als nix. 🥴





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