• Sandra

Washington State at it's best

Aktualisiert: 6. Sept.

Wusstet Ihr, dass der Bundesstaat Washington wunderschöne Nationalparks zu bieten hat? Ich hatten keinen blassen Schimmer! Der Olympic Nationalpark ist nur eines dieser Naturwunder und ist auf der gleichnamigen Halbinsel zu finden. Der Park hat vier Regionen: die pazifische Küste, alpine Gebiete, den Regenwald auf der Westseite und die Wälder der trockeneren Ostseite. Innerhalb des Parks gibt es drei verschiedene Ökosysteme , darunter subalpiner Wald und Wildblumenwiese, Regenwald und die zerklüftete Pazifikküste.

Am Samstag, dem 30.07.2022 war einiges los im Park und schon beim Stopp am Visitorcenter hatten wir unsere Schwierigkeiten einen Parkplatz zu finden. Wir besorgten uns die obligatorische Map des Parks und dann gings auch schon weiter. Leider setzte sich das Parkplatzproblem sowohl am Lake Crescent als auch bei einigen Trails fort, sodass wir erst am Bear Creek einen langen Spaziergang durch den Wald einlegen konnten, bei dem sich Lennox auch richtig auspowern konnte.

Bevor wir weiter gen Westen fuhren, legten wir einen Stopp am Lake Pleasant zum Mittagessen ein. Es war schon später Nachmittag als wir an der Pazifikküste ankamen.. es war seltsam, den ganzen Tag hatten wir strahlenden Sonnenschein und warme Temperaturen, doch während der letzten 5 Meilen wurde es immer nebliger und wesentlich kühler. Als wir am Rialto Beach ankamen, galt es wiederum erstmal einen Parkplatz zu finden. Wie ich befürchtet hatte war der nämlich nicht allzu groß und mehr als nur gut besucht. Wir quetschten uns in eine nicht existierende Parkreihe und hofften, dass sich der Platz bald lichten würde. Ich wollte unbedingt einen Blick aufs Meer und auch auf den Sonnenuntergang erhaschen, obwohl ich nicht wusste ob man überhaupt etwas sehen würde bei all dem Nebel. In der Broschüre hatte ich zuvor gelesen, dass Rialto Beach über den bestzugänglichen Strand verfügt. Ich war irritiert, denn darunter hatte ich mir was anderes vorgestellt. Der Wall aus Kies und angeschwemmten Bäumen verwehrte einem nicht nur den Zugang, sondern auch jegliche Sicht auf den Strand.

Nun, als Fußgänger ist das alles halb so wild, man kann ja drübersteigen. Für meine Wenigkeit ist es unter Umständen eine nicht zu bewältigende Barriere. Wir ihr wisst, lasse ich dennoch nichts unversucht. Ich schickte also meinen „Späher“ los eine geeignete Stelle zu finden, den so angepriesenen zugänglichen Weg zum Strand zu finden. Die Suche war ernüchternd, einen Weg vorbei an den riesigen Treibholzstämmen gab es leider nicht. Zumindest fand er eine Stelle, an der ich mit „Genny“ vielleicht eventuell auf den Hügel aus grobem Kies käme. Mit einer Portion extra-Schub gelang das Vorhaben und ich konnte den glückerweise den Sonnenuntergang bestaunen. Es war mystisch.

Entgegen unserer Erwartungen wurde es auch zu späterer Stunde nicht leerer und wir beschlossen zu bleiben. Bevor wir am nächsten Morgen aufbrachen, sahen wir uns noch etwas um und wir beobachteten wie sich der geheimnisvolle Nebel langsam lichtete.

Auf unserem Weg Richtung Süden wollten wir wieder an dem ein oder anderen Strandabschnitt halten, stellten jedoch fest, dass es sich hauptsächlich um Steilküsten handelt. Beeindruckend steil und leider für mich suboptimal. Mir blieb dennoch der nebelige Blick vom ein oder anderen Aussichtspunkt.

Für die Nacht fanden wir ein schönes, ruhiges Plätzchen an einem Golfplatz in Enumclaw in der Nähe von Tacoma, von wo aus wir am nächsten Morgen zum Mount Rainier aufbrachen.

Unter all den glühenden Bergen, die einst wie Leuchtfeuer die pazifische Küste andeuteten, ist Mount Rainier der Erhabenste. - John Muir

Mit seinen 14.410 Fuß (4.392 m) ist der Berg der höchste Vulkan des Kaskadengebirges und der am stärksten vergletscherte Gipfel der kontinentalen Vereinigten Staaten. Und für mich der Beeindruckenste! Während der Fahrt zum Sunrise Visitorcenter konnten wir beobachten wie sich die über dem Berg schwebende Tellerwolke immer weiter veränderte.

Von Sunrise, dem höchsten Punkt im Park, den man mit dem Auto oder in diesem Fall mit dem Skoolie erreichen kann, hatten man eine beeindruckende Panoramasicht

und es gibt viele tolle Wanderwege, die wir zumindest teilweise erkunden konnten. Berge sind zwar naturgemäß nicht so rollifreundlich, aber die Herausforderung nehme ich gerne immer wieder an, denn dieser Ausblick ist alle Mühe wert!

Nach dem wir rund ums Sunrise Besucherzentrum alles ausgekundschaftet hatten, war der Plan nun auf die andere Seite des Berges zu fahren, genauer gesagt zum "Paradise" von wo aus spektakuläre Aussichten und Wanderwege beschrieben wurden.

Ich wollte unbedingt dahin und daran änderte weder die Sperrung der kürzesten Strecke und somit knapp 2 Stunden Umweg, noch die Diskutiererei, ob sich das wirklich lohnt, nichts! Während der Umrundung des erhabenen Mount Rainier verwandelte sich der Teller immer mehr in ein Hütchen.

Im Paradies angekommen

wurde ich für meinen Durchsetzungsvermögen mehr als belohnt. Der Sonnenuntergang setzte diesem wunderschönen Berg die Krone auf. Die Wolkenbildung namens "Altocumulus lenticularis" (danke Franzi, für die Aufklärung 😉) verwandelte sich im letzten Abendlicht in einen leuchtenden Heiligenschein.

Es war zwar schon spät, aber bei dieser Kulisse konnten wir uns doch nicht im Bus vergrümeln und beschlossen den Trail zu den Myrtle Falls zu gehen.

Ich sag's Euch Leute, das war magisch!

Müde und beseelt fiel ich an diesem Abend - in meinen vorm Henry M. Jackson Visitorcenter geparkten Skoolie - in mein Bettchen.

Nach einer frischen Nacht war ich munter und heiß auf die nächsten Trails. Viele von den Wegen sind geteert, also dachte ich das wird easy. Leider falsch gedacht. Ich glaube es war der Alta Vista Trail bei dem es so steil bergauf ging, dass mein Fußbrett vom Segway aufsetzte und ich keinen Meter mehr vorwärts kam. Ich wollte umdrehen, aber aufgrund dem extremen Gefälle war auch das nicht so einfach. Seb musste eingreifen und während dem Umdrehen gegenhalten. Trotzdem kam es zu einem echten "scary moment" wo ich fast den Abgang Richtung Abhang machte. Glücklicherweise ging jedoch alles gut.

Die Trails, die wir dann alternativ nahmen, hatten zwar auch ihre kniffligen Abfahrten, waren aber durchaus zu meistern.

Lennox fand ne Möglichkeit sich abzukühlen.

Zum Ende gesellten sich auch ein paar neugierige Weggefährten zu uns.


Und auch während des kurzen Scenic Drives zun den Reflection Lakes und dem Louise Lake hatten wir das Vergnügen ein paar kleine pelzige Bewohner zu sehen.

Abschließend kann ich nur sagen: "Take me to the mountain"...

Ton an, Video ab!




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